Über

Advaita Vedanta

Der Begriff Advaita ist ein Sanskritwort und bedeutet wörtlich „nicht zwei“. Er verweist auf die höchste Lehre des Advaita Vedanta: dass es nur eine Wirklichkeit gibt. Advaita, oft als Nicht-Dualität übersetzt, ist weder eine Philosophie noch eine Religion. Es ist die Erfahrung unserer wahren Natur, die sich als absolute Glückseligkeit, Liebe und Schönheit offenbart.

Advaita wird in seiner reinsten Form von Generation zu Generation durch eine Linie von Weisen weitergegeben. Ramana Maharshi, Krishna Menon und Jean Klein waren solche Weisen, die im 20. Jahrhundert lehrten. Ihr Ansatz war dadurch gekennzeichnet, dass sie direkt auf die Erfahrung der wahren Natur des spirituellen Suchenden verwiesen. Diese Lehre, Advaita Vedanta, wird der direkte Weg genannt.

Über Traditionen und Methoden hinweg kommen Weise unterschiedlichster Herkunft zu einer gemeinsamen Erkenntnis der Nicht-Dualität. Dieses Verständnis findet sich in den Lehren der Begründer aller großen Religionen und spirituellen Traditionen der Welt.

Hinduismus:
„Das, was nicht ist (Objekte als vom Selbst getrennt), entsteht niemals, und das, was ist (das Selbst), vergeht niemals.“ (Bhagavad Gita)

Hinduismus, Kaschmirischer Shivaismus:
„Oh Wunder! Diese Illusion, obgleich sie sich in Vielheit ausdrückt, ist nichts anderes als bewusstes Sein ohne ein Zweites. Ah, alles ist reine, sich selbst erken­nende Essenz!“ (Abhinavagupta)

Sufismus:
„Es gibt nichts außer Gott“

Zen-Buddhismus:
„Frage: Wenn ein Klang aufhört, hört dann das Bewusstsein auf?
Antwort: Das Bewusstsein hört niemals auf.“ (HuiHai)

Hinduismus, Kaschmirischer Shivaismus:
„Das Universum erwacht, wenn Du erwachst, und verschwindet, wenn Du Dich zurückziehst. Daher ist die Gesamtheit von Sein und Nichtsein eins mit Dir.“ (Abhinavagupta)

Christentum:
„Jesus sagte: ‚Ich‘ ist das Licht (des Bewusstseins), das auf alle Dinge scheint. ‚Ich‘ ist das All, aus dem alles hervorgeht und zu dem alles zurückkehrt.“ (Thomas, 186)

Der Weg zur Erleuchtung und Selbstverwirklichung

Erleuchtung ist das plötzliche Erkennen, dass Nicht-Dualität die Wirklichkeit unserer Erfahrung ist, immer war und immer sein wird. Selbstverwirklichung ist die darauffolgende Stabilisierung im Frieden, in der Glückseligkeit und in der Freiheit unseres natürlichen Zustands.

In den meisten Fällen ist ein lebender Meister notwendig, um sowohl Erleuchtung als auch Selbstverwirklichung zu ermöglichen. Zwar kann jede Person oder jedes Ding als Upa-Guru dienen und dem Suchenden den Weg weisen, doch ist es letztlich der Karana-Guru, der als endgültiger Lehrer wirkt und den Schüler durch die letzten Stufen der Verwirklichung führt. Eine Beziehung von Liebe, Freiheit und Freundschaft führt zur Stabilisierung im Glück und Frieden unserer wahren Natur.

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